Gesellschaftliche Entwicklungen haben in den letzten Jahren zu deutlichen Defiziten in der Einstellung von Schülern zur Schularbeit. Vielfach es an der Ausprägung von Arbeitstugenden, die, will man in der Schule Erfolg haben, von besonderer Bedeutung sind: Zuhörfähigkeit, Konzentrationsvermögen, Aufmerksamkeit, Arbeitsbemühen, Durchhaltevermögen, realistische Einschätzung eigener Leistungspotentiale. Hinzu kommen oft soziale Fehlverhaltensweisen, die als belastende Momente in die Schule eindringen.
Um diesen Problemen zu begegnen und um Lernerfolg auf eine neue Basis zu stellen, ist es unerlässlich, kleine Klassen bzw. kleine Lernguppen zu bilden. Diese Forderung ist mit Nachdruck als erste und wichtigste zu erheben, will man eine "bessere" Schule erreichen!
Leistungsschwächere Schüler brauchen intensivere Zuwendung und mehr Hilfe. In Paarung mit zunehmenden Lernstörungen, deren Ursachen vielfach außerhalb der Schule liegen, nehmen vor allem situationsbedingte Lernschwächen zu. Wir brauchen Veränderungen im System, d.h. Lernvoraussetzungen, die individuelle Förderung durch begleitende Betreuung ermöglichen. Individuelle Lernangebote können nur in kleinen Klassen und Lerngruppen wirkungsvoll umgesetzt werden.
Viele Schüler verfügen in den einzelnen Fächern nur über seichtes und oberflächliches Wissen. Dieses hat sehr kurzlebigen Charakter. Eine Anhäufung zersplitterter Lernstoffe und tausenderlei "Kleininformationen" führen dazu, dass eine Konzentration auf wesentliche Wissenselemente verloren geht. Themengebiete werden nicht gründlich genug aufgearbeitet, Inhalte nicht ausreichend gesichert. Wissensstoff kann auf Grund der Fülle im Gedächtnis nicht abrufbar gespeichert werden. Es ist dringend erforderlich, in Lehrplänen Inhalte so zu konzipieren, dass sie in der zur Verfügung stehenden Zeit gut vermittelbar sind. ____________________________________________________________________________________
Verantwortungsvolle Mitwirkung der Eltern
Erziehungsdefizite im Elternhaus nehmen zu. Sie wirken in Form sozial störender Verhaltensweisen von Schülern stark belastend in die Schule hinein. Ein erster Schritt, dagegen zu steuern, erfordert eine nachdrückliche Einforderung der Erziehungspflicht der Eltern (siehe dazu Art. 126, Abs. 1 Grundgesetz). Im Elternhaus müssen erziehliche Grundleistungen erfolgen mit der Gewähr, dass die Schule zentrale Pflichtaufgaben ohne größere Störeinflüsse von außen erfüllen kann. Eine forcierte Weiterentwicklung einer Kooperation zwischen Schule und Elternhaus, die de facto auch zum Erfolg führt, ist dafür unabdingbare Voraussetzung.