Aus der Einsicht in Problemlagen, die an unseren Schulen bestehen, ergeben sich Konsequenzen für veränderte Rahmenbedingungen.
Eine zukuftsverantwortliche "bessere Schule" bedarf einer Neuorientierung und Umgestaltung der Schulkultur.
Positives Bildungsverständnis
Das Verhältnis von Gesellschaft und Bildung muss sich auf einem neuen Niveau einregeln. Der einzelne, wie gesellschaftliche Kräfte müssen erkennen, dass Bildung einen hohen Stellenwert einzunehmen hat. Sich zu bilden muss für jeden ein erstrebenswertes Ziel sein.
Das bedeutet auch zu erkennen, dass Bildung - vor allem an Schulen - etwas mit "sich mühen" und "anstrengen" zu tun hat. Schüler sind auf veränderte Einstellungen hinzuführen, in deren Mittelpunkt die Erkenntnis steht, dass sich "Bildung" nicht bei "Spaß und Muse ereignet", sondern auf individuelle geistige Kraftanstrengungen angewiesen ist. Diesbezüglich haben Schule wie in besonderer Weise das Elternhaus spezifische Grundeinstellungen bei Schülern rechtzeitig zu fordern und zu fördern.
Um ein neues Lehrerbild zu schaffen sind zwei Voraussetzungen von Bedeutung:
Zumeinen bedarf es einer qualifizierten beruflichen Ausbildung, dieLehrer auf ein erfolgreiches Handeln in Erziehung und Unterricht vorbereitet.
Zum anderen einer enormen gesellschaftlichen Anstrengung, die gewährleitet,dass Schule von außerschulisch geprägten belastenden Faktoren befreit wird. In diesem Zusammenhang kommt dem Elternhaus, den Medien und politischen Entscheidungsträgern eine einflussreiche Rolle zu.
DasVerhältnis von Schülern zu Lehrern, von Eltern (Erziehenden) zu Lehrernist neu zu bestimmen. Lehrer haben solide unterrichtliche undpädagogische Arbeit zu leisten, Schüler und Eltern haben ihrePflichtaufgaben neu zu definieren und in die Praxis umzusetzen. Lehrersollen aus einem systematischen Fundus an Vertrauen an sie Kompetenzengewinnen können. Auf dieser Basis lässt sich ihre Rolle neu beschreiben und gesellschaftlich eintarieren.
Die Erwartungen derEltern (Erziehenden) sollen mit Intentionen und Bemühungen der Schule übereinstimmen. Dazu ist als erstes eine positive Grundhaltungzur Schule notwendig. Um ein vertrauensvolles Verhältnis zur Schule zu gewährleisten und Schüler positiv auf Lernleistungen einzustellen, istentscheidend, dass Eltern die Schule nicht nur unter dem Aspekt "Kritik" sehen. Die Werthaltung des einzelnen Schülers zur Schule kannin erster Linie - auch bei Misserfolg - durch die Eltern (Erziehenden)positiv gepolt werden.
Um ein vertrauensvolles Verhältnis zugewährleisten, darf die Kritik und Einflussnahme der Eltern(Erziehenden) das Entscheidungshandeln der Schüler nicht zu starkeinschränken. Die Hauptaufgabe der Eltern liegt in richtungsweisendenGesprächen, die Motivation vermitteln, Halt und Orientierung geben.Dabei ist Bedingung, dass dem einzelnen, bereits in jungen Jahren,trotz lenkender Einflussnahme der Eltern (Erziehenden) ein hohes Maß anAutonomie und Selbststeuerung zugemessen wird.
Manche Schüler begegnen denBelastungen durch die Schule mit destruktiven Verhaltensweisen. Diese beeinflussen die kommunikative Situation in der Klasse negativ undkönnen dazu führen, dass Lernprozesse scheitern. Sanktionshandlungen,die Lehrer häufig ergreifen, bleiben ohne Wirkung. Es müssen pädagogische Initiativen ergriffen werden, die im Sinne der Aufklärung,Zielanweisung und Belehrung zu einer anhaltenden Leistungsverbesserungbei störenden Schülern führen. In kleinen Klassen gelingt es deutlichleichter, störende Schüler "in den Griff" zu bekommen.
Enge Kooperation unter Lehrern mit Vereinbarung überprüfbarer Nahziele, die den betroffenen Schülern erklärt und begründet werden.
Eine intensive Zusammenarbeit mit den Eltern. Sie ist auf jeden Fall auch dann anzustreben, wenn diese sich zunächst nicht gesprächs- oder kooperationsbereit zeigen.
In spezifischen Problemfällen brauchen Lehrer dabei Unterstützung von Sozialpädagogen bzw. Sozialpsychologen unter Begleitung durch therapeutische Maßnahmen.